Die richtige Magento 2-Strategie wählen: Re-Platform, Rebuild oder Headless?
by Rahul Basu
August 25,2025
Das Ende des offiziellen Supports für Magento 1 im Juni 2020 löste eine der größten Re-Platforming-Wellen im E-Commerce aus. Viele Händler, die früh auf Magento 2 umgestiegen sind, fragen sich nun, ob ihre aktuelle Lösung mit den sich verändernden Geschäftsanforderungen Schritt halten kann.
Mit der Reife von Magento 2.4.x, neuen Frontend-Technologien wie Hyvä und PWA Studio sowie dem Aufstieg des Headless-Commerce ist die Entscheidung komplexer geworden als ein einfaches „Upgrade“. Unternehmen müssen sich zwischen drei Wegen entscheiden:
1. Re-Platform – „Lift-and-Shift“ von Magento 1 auf Magento 2 mit minimalen Änderungen.
2. Rebuild – Magento-2-Shop von Grund auf neu konzipieren und entwickeln.
3. Headless – Magento-Backend vom individuellen Frontend entkoppeln, um Performance und Flexibilität zu steigern.
Diese Wahl beeinflusst Total Cost of Ownership (TCO), Time-to-Market, Page Speed, SEO-Performance und Skalierbarkeit.
Die Zusammenarbeit mit einer erfahrenen Magento Agentur in Berlin kann sicherstellen, dass diese Entscheidung sowohl zu den aktuellen Anforderungen als auch zu den Wachstumszielen in den nächsten 3–5 Jahren passt.
Marktdaten: Warum diese Entscheidung jetzt zählt
· Adobe Magento Open Source betreibt weltweit ca. 167.000 aktive Websites, während Adobe Commerce (Cloud) etwa 3.700 Shops versorgt (BuiltWith, 2025).
· Page Speed beeinflusst Conversions: Laut einer Deloitte Digital-Studie führte eine Verbesserung der Ladezeit um 0,1 s zu einer Steigerung der Conversion-Rate um 8 % im Einzelhandel und 10 % in der Reisebranche.
· Headless-Adoption wächst: Gartner prognostiziert, dass bis 2027 50 % der digitalen Commerce-Plattformen Headless-Architekturen für mehr Flexibilität nutzen werden.
Diese Zahlen zeigen, dass die Wahl Ihres Magento-2-Pfads nicht nur eine technische Entscheidung ist – sie steht in direktem Zusammenhang mit Conversion-Rates, SEO-Rankings und betrieblicher Agilität.
Option 1: Re-Platform
Definition: Ein Re-Platform ist im Wesentlichen eine „Lift-and-Shift“-Migration von Magento 1 auf Magento 2, bei der Design, Theme- und Erweiterungslogik weitgehend übernommen und nur minimale architektonische Änderungen vorgenommen werden.
Wann wählen?
· Enge Fristen für Compliance/Sicherheit
· Begrenztes Budget
· Kaum funktionale oder UX-Änderungen notwendig
· Geringe Individualisierung in Magento 1
Technische Überlegungen:
· Data Migration Tool: Adobe bietet ein offizielles Migrationstool zum Übertragen von Produkten, Kunden, Bestellungen und CMS-Inhalten.
· Theme-Kompatibilität: Magento-1-Themes können nicht direkt portiert werden; auch bei identischem Design muss ein neues Magento-2-Theme erstellt werden.
· Extension-Audit: Magento-1-Extensions sind nicht kompatibel und müssen ersetzt oder neu entwickelt werden.
Vorteile:
· Niedrigere Einstiegskosten
· Kürzere Implementierungszeit (3–5 Monate)
· Geringere Störung der Geschäftsprozesse
Nachteile:
· Übernahme technischer Altlasten aus Magento 1
· Verpasst Chance auf UX-Modernisierung oder Checkout-Optimierung
· Eventuell erneuter Rebuild in 2–3 Jahren notwendig
Option 2: Rebuild
Definition: Ein Rebuild bedeutet, auf Magento 2 komplett neu zu starten – oft mit neuem Theme, neuer Extension-Struktur und optimierter Architektur.
Wann wählen?
· Geplante umfassende UX/UI-Überarbeitung
· Schlechte Magento-1-Performance oder Altcode-Probleme
· Bedarf an erweiterten Anpassungen oder Drittanbieter-Integrationen
· SEO-Neustruktur erforderlich
Technische Überlegungen:
· Theme-Entwicklung: Möglichkeit zur Wahl zwischen Luma, Hyvä oder individuellen Themes.
· Extension-Architektur: Neuaufbau reduziert Abhängigkeiten – wichtig, da M2-Shops mit 50+ Extensions oft langsamer sind.
· Datenbank-Optimierung: Start mit optimiertem Schema, um Altlasten zu vermeiden.
Vorteile:
· Beseitigung technischer Schulden
· Chance für Mobile-First-Redesign
· Höheres Performance-Potenzial (Hyvä-Themes erreichen oft <1 s LCP in Lighthouse-Tests)
· Langfristige Skalierbarkeit
Nachteile:
· Höhere Anfangsinvestition
· Längere Projektlaufzeit (5–9 Monate)
· Mehr Beteiligung der Stakeholder erforderlich
Option 3: Headless
Definition: Eine Headless-Architektur entkoppelt das Magento-2-Backend vom Frontend. Das Backend verwaltet Katalog, Checkout und Bestelllogik, während das Frontend mit modernen Frameworks wie React, Vue.js oder Angular erstellt wird.
Wann wählen?
· Bedarf an Omnichannel-Erlebnis (Web, App, Kiosk, PWA)
· Globale Multi-Store-Umgebungen mit unterschiedlichen Frontends
· Performance und Skalierbarkeit sind geschäftskritisch
· Komplexe Personalisierungs- oder Content-Anforderungen
Technische Überlegungen:
· API-First-Entwicklung: GraphQL-APIs in Magento 2.4.x ermöglichen schnellere Frontend-Renderings und gezielte Datenabfragen.
· PWA Studio & Vue Storefront: Offizielle und Community-Lösungen für Progressive Web Apps.
· Caching & CDNs: Integration mit Edge-Caching-Layern (Fastly, Cloudflare) für optimales TTFB.
Vorteile:
· Höchstes Performance-Potenzial (Google PageSpeed 90+ möglich)
· Flexibler Frontend-Tech-Stack
· Schnellere UI-Experimente und A/B-Tests
· Zukunftssicher für neue Kanäle
Nachteile:
· Höhere Komplexität und Entwicklungskosten (ø 60.000–120.000 €)
· Erfordert API-Expertise in Frontend- und Backend-Teams
· Komplexere Hosting- und DevOps-Pipelines
Kosten- & Zeitvergleichstabelle
Pfad Zeitrahmen Performance-Potenzial Komplexität Ideal für
Re-
Platform 3–5 Monate Mittel Niedrig KMUs mit stabiler UX
Rebuild 5–9 Monate Hoch (Hyvä oder optimiertes Luma) Mittel Marken mit Skalierungs- & UX-Bedarf
Headless 6–12 Monate Sehr hoch (90+ PSI) Hoch Omnichannel, globale Händler
Performance-Insights
· Re-Platform: Verbesserung der LCP von ca. 4,5 s (M1) auf ~3,0 s (M2-Standard-Theme)
· Rebuild mit Hyvä: LCP oft unter 1 s, deutliche CLS- und TBT-Verbesserungen
· Headless: Subsekunden-Interaktion durch Pre-Rendering und API-Caching
SEO-Auswirkungen
Unabhängig vom gewählten Weg birgt der Umstieg SEO-Risiken:
· URL-Struktur: Parität sicherstellen oder 301-Weiterleitungen setzen
· Metadaten: Titel, Beschreibungen, Schema-Markup übernehmen
· Indexierung: Search Console während und nach der Migration überwachen
Rebuild oder Headless ermöglichen oft SEO-freundlichere Strukturen (sauberer HTML-Code, schnellere Ladezeiten).
Entscheidungsrahmen
Wichtige Fragen:
1. Zeithorizont: Geplantes Wachstum in 2–3 Jahren? → Re-Platforming allein vermeiden.
2. Geschwindigkeit: Mobile-Checkout-Abbrüche hoch? → Performance-orientierten Rebuild oder Headless wählen.
3. Budget & Kapazität: Headless erfordert multidisziplinäre Teams; Rebuild mehr Designinput.
4. Multi-Channel-Bedarf: Headless ist hier führend.
Rolle einer Magento Agentur in Berlin
Eine erfahrene Magento Agentur in Berlin wie Ingold Solutions kann:
· Technische Audits zur Machbarkeit durchführen
· TCO-Modelle für 3–5 Jahre erstellen
· Performance-Best-Practices implementieren (Hyvä, GraphQL, Varnish)
· SEO-Kontinuität gewährleisten
FAQs
1. Ist Re-Platforming von Magento 1 z
u Magento 2 2025 noch relevant? Ja, vor allem für kleinere Shops oder schnelle Sicherheitsmigrationen.
2. Welche Option bringt den größten Performance-Schub? Headless mit PWA-Frontend, dicht gefolgt von Hyvä-Rebuilds.
3. Unterstützt Magento 2 Multi-Store in allen Varianten? Ja, unabhängig vom Ansatz.
4. Wie verhindere ich SEO-Verluste bei der Migration? Mit einer erfahrenen Magento-Agentur: URL-Struktur wahren, Weiterleitungen setzen, Ladezeit optimieren.
Fazit
Die Wahl zwischen Re-Platform, Rebuild oder Headless ist eine strategische Investition in Performance, Skalierbarkeit und Kundenerlebnis:
· Re-Platform → Geschwindigkeit & Budgeteffizienz
· Rebuild → Neuer Start mit besserem UX-/Performance-Gleichgewicht
· Headless → Höchste Flexibilität & Multi-Channel-Readiness
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